Dream Warrior

Potpourri

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Potpourri

Post  Manahuna on 29.03.11 19:16



ICH bin vor dir

um dir den richtigen Weg zu weisen.

ICH bin hinter dir,

um dich nicht aus den Augen zu verlieren.

ICH bin an deiner linken Seite,

um dich als Freund zu begleiten.

ICH bin an deiner rechten Seite,

um dich in der Einsamkeit zu trösten.

ICH bin unter dir,

um dich aufzufangen, wenn du fällst.

ICH bin über dir,

um dich zu behüten.

ICH bin in dir,

um dich zu heiligen.

Omkara


Wenn man die Sprüche des Neuen Testaments nicht als Gebote nimmt, sondern als Äußerungen eines ungewöhnlich tiefen Wissens um die Geheimnisse unserer Seele, dann ist das weiseste Wort, das je gesprochen wurde, der kurze Inbegriff aller Lebenskunst und Glückslehre, jenes Wort 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst', das übrigens auch schon im alten Testament steht. Man kann den Nächsten weniger lieben als sich selbst- dann ist man der Egoist, der Raffer, der Kapitalist, der Bourgeois, und man kann zwar Geld und Macht sammeln, aber kein recht frohes Herz haben, und die feinsten und die schmackhaftesten Freuden der Seele sind einem verschlossen. Oder man kann den Nächsten mehr lieben als sich selbst- dann ist man ein armer Teufel, voll von Minderwertigkeitsgefühlen, voll Verlangen, alles zu lieben, und doch voll Ranküne und Plagerei gegen sich selber und lebt in einer Hölle, die man sich selber täglich heizt. Dagegen das Gleichgewicht der Liebe, das Liebenkönnen, ohne hier oder dort schuldig zu bleiben, diese Liebe zu sich selbst, die doch niemandem gestohlen ist, diese Liebe zum anderen, die das eigene Ich doch nicht verkürzt oder vergewaltigt: Das Geheimnis allen Glücks, aller Seeligkeit ist in diesem Wort enthalten. Und wenn man will, so kann man es auch nach der indischen Seite hin drehen und ihm die Bedeutung geben: Liebe den Nächsten, denn er ist du selbst!, eine christliche Übersetzung des 'tat tvam asi'.

Hermann Hesse


Hattest du schon mal einen Wahr-traum. Einen Traum der dich so richtig wachgerüttelt hat. Der in der Lage war dich für eine Nacht, oder einen Moment, die Wahrheit zu offenbahren; der es schaffte dich den Schleier des Vergessens, oder die Verblendung des Alltags vom Bewusstsein zu reißen?

Ist es oft nicht so, dass wir durchs Leben stapfen und unsere Umgebung relativ selektiv wahrnehmen, da dass nun einmal zu unserem Überlebens-Make-up gehört. Es ist so, denn sonst wären wir nicht mehr in der Lage Entscheidungen zu treffen oder Richtungen für unser Wachstum zu wählen. Ja, wir wählen immer unser eigenes Schlachtfeld. Wir suchen uns immer die Konflikte, die am verheißungsvollsten auf eine innere Wandlung hindeuten.

Wenn wir träumen bekommen wir ab und zu die Gelegenheit tiefer in uns und andere zu schauen. Dann sehen wir die Dinge aus einer weniger eigensinnigen Persektive. Wie oft habe ich im Traum Menschen getroffen die mir nahe stehen, oder mit denen ich einen Konflikt austrage, und wie oft habe ich diese Menschen erst im Traum richtig verstanden, oder verstand erst durch diese andere Zugangsebene, ihre ganz persönlichen Schmerzen. Wie oft war es das sich erst im Traum offenbahrte woher ihre seelischen Narben-gewebe herrührten.

Wenn es uns gut geht sieht man uns das an. Wenn es uns schlecht geht versuchen wir es zu verbergen. Aber das gelingt uns nur sehr miserabel, denn die Wunden auf der Seele tun uns weh.
Wenn uns jemand an einer bestimmten Stelle berührt, wo es besonders weh tut, dann lassen wir es die ganze Welt spüren. Jedem der uns gerade über den Weg läuft, denn die Welt ist ein riesiges Gebilde das auf Gefühl aufgebaut ist. Wir sind nicht wirklich voneinander abgetrennt.

Ich sehe das erschreckte Gesicht Parzivals als er den Kelch in seinen
Händen hält und hineinschaut.........da begreift er den Schmerz dieser Welt und dessen Geschöpfe. Wir sind fühlende Wesen und allesamt so rein und unschuldig wie die Herzen der Kinder. Wenn wir uns erlauben wieder mehr zu fühlen was in uns steckt und im anderen, dann werden wir auch wieder lernen uns zu zu gestalten wie wir uns bedürfen.

Ich sehe das Licht im Herzen der Menschen...... ich küsse deine Narben, und siehe da: jetzt verschwinden sie.....

Manahuna





Wenn der Buddha nach der Wiedergeburt gefragt wurde und auch danach, was denn wiedergeboren wird, dann zündete er eine Kerze an. Eine zweite Kerze zündete er an der ersten Kerze an. Dann blies er die erste Kerze aus. Er erklärte hierzu: "Das eine Leben ist verlöscht, das andere konnte jedoch nicht ohne das erste entstehen, und dennoch ist das zweite anders als das erste."
Was wird wiedergeboren?

sa ya‘ esho ‘nimâ, aitadâtmyam idam sarvam, tat satyam, sa âtmâ, tat tvam asi, Shvetaketo!

„Was diese Unerkennbarkeit (wörtlich Subtilität, in der die betreffende rätselhafte Erscheinung wurzelt, d.h. das Seiende) ist, ein (bloßes) Bestehen aus diesem ist dieses Weltall (die ganze Welt ist nur Seiendes), das ist das Reale (alles andre ist nur „an Worte sich klammernd, ein bloßer Name“), das ist die Seele (als individuelle Seele ging das Seiende selbst in Glut, Wasser und Nahrung ein, das bist du, o Shvetaketu“


es wird dich überraschen zu hören, dass die worte LOVE und LIEBE von dem sanskritwort LOBHA abstammen, und lobha 'bedeutet' gier. Es könnte zufall sein, dass die worte aus einem sanskritwort entstanden sind, das gier bedeutet, aber ich denke, dass es kein zufall ist. dahinter muss es ein geheimnis geben, irgendeinen alchemistischen grund. in der tat, wenn gier verarbeitet wird und gut verdaut wird, entsteht daraus liebe. aus eben dieser gier, lobha, wird, richtig verarbeitet, liebe.

liebe ist ein teilen und geben, gier ist horten. gier will nur haben und nie geben. liebe kennt nur geben und will nie etwas dafür zurückhaben; sie ist bedingungsloses teilen. es könnte also diesen alchemistischen grund geben, weshalb das wort lobha das wort liebe wurde. im hinblick auf die innere alchemie trifft es zu - aus gier wird liebe.

OSHO


Die persönliche Geschichte muss stets erneuert werden, indem man Eltern, Verwandten und Freunden alles erzählt, was man tut. Ein Krieger dagegen, der keine persönliche Geschichte hat, braucht keine Erklärung zu geben; niemand ist böse oder Enttäuscht über seine Taten. Und vor allem, niemand legt ihn mit Gedanken und Erwartungen fest.

Wenn nichts sicher ist, bleiben wir wachsam, stets auf der Hut. Es ist spannender, nicht zu wissen, hinter welchem Busch sich der Hase versteckt, als so zu tun, als wüssten wir alles.

Don Juan


Es gibt für Jeden keinen andern Weg der Entfaltung und Erfüllung als den der möglichst vollkommenden Darstellung des eigenen Wesens. “Sei Du selbst” ~Herman Hesse


.... Die zweite edle Wahrheit des Buddha identifiziert die "suchende" Qualität des Geistes als Problem.
Weil der Geist beschäftigt ist mit verschiedenen Arten des Greifens ,
kann er nicht seine formlose Natur erkennen....

Die Lösung für dieses Problem ist einfach aber nicht leicht.. Damit der formlose Geist seine ihm eigene Formlosigkeit und die daraus folgende Freiheit erkennen kann, müssen das durch die Denktätigkeit objektivierte Selbst-Empfinden und all dessen Projektionen in sich zusammenbrechen. Die Schwierigkeit besteht darin, wie man es vermeidet, aus diesem Zusammenbrechen in das Nicht-Suchen nur ein weiteres Ziel zu machen, welches das Ego anstrebt. Genau dies passiert im üblichen spirituellen Dualismus von Praxis als Mittel und Erleuchtung als Ziel. Die spirituelle Suche nicht willkürlich aufzugeben, ist die Alternative, denn der Wert dieser Suche besteht darin, alle Sehnsüchte und Anhaftungen, in die sich der Geist zersplittert hat, aufzugreifen und in einen Wunsch zu bündeln; die Auflösung dieses Wunsches kann alles Suchen beenden. Solange die formlose, ungeborene Natur des Geistes nicht klar verwirklicht wurde und nicht nur begrifflich erfasst, hält die unbewusste Suche nach symbolischer Selbstbestätigung und Ersatz-Unsterblichkeit an, denn die Angst vor Selbstverlust ist nicht völlig überwunden worden. Die einzige echte Lösung für den Geist besteht tatsächlich darin, sein Selbst zu verlieren: alles "loszulassen", mit dem er sich identifiziert hat, in den freien Raum zu fallen und dessen "Leere" zu erkennen. Da der formlose Geist immer formlos war und das Ego kein Ding ist, sondern nur eine bestimmte selbstreflexive Art des Denkens, ist nicht wirklich ein Tod (obwohl es emotional so erscheinen mag), sondern ein "Vergessen", wobei das Selbst-Empfinden sich auflöst.

Sich selbst zu studieren, bedeutet, sich selbst zu vergessen, aber "die Menschen fürchten das Vergessen ihres Geistes, weil sie Angst haben, in die Leere zu fallen mit nichts, das ihren Fall beenden würde. Sie wissen nicht, dass die Leere nicht wirklich leer ist, sondern das Reich des wirklichen Dharma" (Huang-po). Nach solch einem Fall bleibt übrig, was immer gewesen ist: ein formloser Geist, der philosophisch objektiviert werden kann als ein "Absolutes", der aber phänomenologisch ein Nichts ist, ein Nichts, das sich selbst nur erfahren kann, insofern es zu dem oder jenem wird, was es frei tun kann, da ihm nichts fehlt. Wenn es erkennt, dass es nichts ist und dass es nichts braucht, steht ihm frei, alles zu suchen.

(David Loy, Philosophy East and West Vol. 38, No. 2 Copyright 1988 by the University of Hawaii Press Hawaii, USA)



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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 29.03.11 19:19

Der Frühling kommt

Noch zaghaft und leise
Müd von der Reise
Erinnerung erwachend
Die Geister lachend
Die Zukunft gesäht
Und in Bewegung gerät
Was wir uns gewählt
Mit dem wir vermählt
Geboren dann bald
Im Eichenwald



Frühling

Möcht nicht schlafen in der Nacht
Halte mit den Sternlein Wacht
Lausche wie die Eule lacht
Singe mit ihr leis und sacht
Frühling Frühling deine Pracht
Entfalte deine ganze Macht



Die Kreisende Stille

Leise ganz leis' das weben und kreisen,
Ein plotten ein planen, ein zerren ein bahnen,
geformt durch das Lächeln von Weisen.

Immer voran auf des Lebens Gleisen
Wohin du gehst, wofür du stehst
biegst du ab oder gräbst dir Schneisen.

Geradeaus liebend ist das Lächeln der Greisen.

Du torkelst einmal oder du beschließt und handelst,
Vergnügt begrüßt der Frühling die zwitschernden Meisen
Dann wenn du deine Gefühle in das Dasein verwandelst

Erlangst du die Stille zurück und endet das Reisen...

...Grüß mir den Alten, den Weisen!


Manahuna, Frühling 2007
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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 29.03.11 19:27

"Du mußt nicht als Hopi geboren sein, um ein Hopi zu sein"


Vergänglichkeit

Wie lange leben wir auf Erden?
Nicht für immer,
nur eine kleine Spanne.
Jade zerbricht,
Gold wird zerdrückt,
Quetzalfedern knicken.
Nichts dauert auf Erden,
alles lebt nur einen Hauch lang.
Unsere Zeit ist geliehen.
im Nu müssen wir sie hinter uns lassen.

Das Leben ist ein Traum

Wir sind nicht auf Erden, um zu leben.
Wir sind gekommen, um zu schlafen
nur um zu träumen.
Unser Leib ist eine Blume,
wie das Gras im Frühling ergrünt,
so öffnen sich unsere Herzen
und treiben Knospen,
um zu blühen und dann zu verwelken.
So lehrt der Weise Tochihuitzin.

(Azteken)





Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
Auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wolken schweben
Und schwinden wir.
Und messen unsre trägen Tritte
Nach Raum und Zeit;
Und sind (und wissen's nicht) in Mitte
Der Ewigkeit..

Johann Gottfried Herder


Mandala-Ritual, als ein Weg ins Zentrum der Seele

http://www.ppt.dtpnet.de/mandala/mandala_ritual.htm





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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 29.03.11 19:34



Manahuna's Gebet an Mutter Erde

Große Muter Erde
ich danke dir für die Fische im Wasser,
den Vögeln in der Luft,
und den Geistern im Licht,

Du bist wahrlich die Mutter aller Wesen, und liebst uns ohne Unterschied.

Deine Brust nährt die Ewigkeit,
Dein Schoß gebiert das ALL.

Sei gepriesen für die Kraft die du uns schenkst, den Weg der Erde zu gehen.

Dankbar durch deine Würde,
Knie ich nieder auf die Erde.

Denn mein Körper ist dein Reich, so mögest du mein Dasein segnen!

Mutter Erde!


Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Phantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich erwachsen werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all denen,
die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Paulo Coelho


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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 29.03.11 19:40

Der Himmel über Berlin



Der Himmel fließt in steinernen Kanälen;
Denn zu Kanälen steilrecht ausgehauen
Sind alle Straßen, voll vom Himmelblauen;
Und Kuppeln gleichen Bojen, Schlote Pfählen

Im Wasser. Schwarze Essendämpfe schwelen
Und sind wie Wasserpflanzen anzuschauen.
Die Leben, die sich ganz am Grunde stauen,
Beginnen sacht vom Himmel zu erzählen,

Gemengt, entwirrt nach blauen Melodien.
Wie eines Wassers Bodensatz und Tand
regt sie des Wassers Wille und Verstand

Im Dünen, Kommen, Gehen, Gleiten, Ziehen.
Die Menschen sind wie grober bunter Sand
Im linden Spiel der großen Wellenhand.

Oskar Loerke



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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 04.04.11 22:34

Danke sunjester, das ist ein schönes Gedicht.
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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 04.04.11 22:34

"Der seelisch gesunde Mensch ist der produktive und nicht entfremdete Mensch, der liebend zur Welt in Beziehung tritt und seine Vernunft dazu benutzt, die Realität objektiv zu erfassen; es ist der Mensch, der sich selbst als eine einzigartige individuelle Größe erlebt und sich gleichzeitig mit seinen Mitmenschen eins fühlt, der sich keiner irrationalen Autorität unterwirft und freiwillig die rationale Autorität seines Gewissens und seiner Vernunft anerkennt, der sich sein ganzes Leben lang im Prozeß des Geborenwerdens befindet und der das Geschenk seines Lebens als die kostbarste Chance ansieht, die er besitzt." ~Erich Fromm






Der zufriedene Mensch, wenn auch arm, ist glücklich;
der unzufriedene Mensch, wenn auch reich, ist traurig.

Ragt der Gipfel noch so hoch zum Himmel, unersteigbar schier:
Willst den Aufstieg du erzwingen, öffnet auch ein Weg sich dir.

Gier macht den Menschen im Leben arm, denn die Fülle dieser Welt macht ihn nicht reich.
Glücklich ist, wer ohne Krankheit, Reich, wer ohne Schulden.

Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst,
bist du noch weit ab vom Wege zur Weisheit.

Ist eine Sache geschehen, dann rede nicht darüber; es ist schwer,
verschüttetes Wasser wieder zu sammeln.

Daran können wir erkennen, dass das Reine oft aus dem Schmutz
entsteht und das Leuchtende aus der Dunkelheit.

Wenn du auch zehntausend Felder hast, kannst du nur ein Maß Reis am Tag essen;
wenn auch dein Haus tausend Zimmer enthält, kannst du nur acht Fuß Raum brauchen bei Nacht.

Über Vergangenes mache dir keine Sorge, dem Kommenden wende dich zu.

Ein Volk läßt sich nicht abschließen durch stark bewachte Grenzen.
Ein Reich ist nicht fest durch die Steilheit von Berg und Tal.

Auf dieser Welt musst Du nicht nach großem Erfolg streben -
keine Fehler begangen haben, das ist schon ein Erfolg.

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen.
So bleibt dir mancher Ärger erspart.

Werde nie zornig, sonst könntest du an einem einzigen Tag das Holz verbrennen,
das du in vielen sauren Wochen gesammelt hast.

Fleiss ist zwar eine Tugend, aber wenn man es sich selbst zu bitter macht,
dann verliert man auch das ausgeglichene und fröhliche Wesen.

Lieber eine Kerze anzünden, als über die Finsternis klagen.

Ein Mensch mag noch so herausragende Fähigkeiten haben -
wenn er arrogant und selbstsüchtig ist, sind sie nichts wert.

Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist.
Lerne zu schweigen und du merkst, daß du viel zu viel geredet hast. Sei gütig
und du siehst ein, daß dein Urteil über andere all zu hart war.

Wenn Du auch täglich durch die Hallen der Macht wandelst,
so trage doch in Dir die Luft aus Bergen Wäldern.

Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben.

Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder:
je mehr man ihnen nachgibt, um so anspruchsvoller werden sie.

Übe die Regungslosigkeit, beschäftige dich mit Untätigkeit, finde im Verzicht Genuß,
und du siehst das Große im Kleinen, das Viele im Wenigen.

Lieber eine Kerze anzünden, als über die Finsternis klagen.

Über Vergangenes mache dir keine Sorge, dem Kommenden wende dich zu.

~Chinesische Weisheit



Die Unsterblichen

Immer wieder aus der Erde Tälern
Dampft zu uns empor des Lebens Drang,
Wilde Not, berauschter Überschwang,
Blutiger Rauch von tausend Henkersmählern,
Krampf der Lust, Begierde ohne Ende,
Mörderhände, Wuchererhände, Beterhände,
Angst- und Lustgepeitschter Menschenschwarm
Dunstet schwül und faulig, roh und warm,
Atmet Seligkeit und wilde Brünste,
Frißt sich selbst und speit sich wieder aus,
Brütet Kriege aus und holde Künste,
Schmückt mit Wahn das brennende Freudenhaus,
Schlingt und zehrt und hurt sich durch die grellen
Jahrmarktsfreuden ihrer Kinderwelt,
Hebt für jeden neu sich aus den Wellen,
Wie sie jedem einst zu Kot zerfällt.

Wir dagegen haben uns gefunden
In des Äthers sterndurchglänztem Eis,
Kennen keine Tage, keine Stunden,
Sind nicht Mann noch Weib, nicht jung noch Greis.
Eure Sünden sind nur eure Ängste,
Euer Mord und eure geilen Wonnen
Schauspiel uns gleichwie die kreisenden Sonnen,
jeder einzige Tag ist uns der längste.
Still zu eurem zuckenden Leben nickend,
Still in die sich drehenden Sterne blickend
Atmen wir des Weltraums Winter ein,
Sind befreundet mit dem Himmelsdrachen,
Kühl und wandellos ist unser ewiges Sein,
Kühl und sternhell unser ewiges Lachen.

Auszug aus Herman Hesse's "Der Steppenwolf"
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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 05.04.11 6:09



Die Leute sagen uns seit dem Tag unserer Geburt, die Welt sei
so und so beschaffen, und natürlich haben wir keine Wahl,
als zu akzeptieren, dass die Welt so ist, wie die Leute es uns sagen.

Krieger erringen Siege nicht, indem sie den Kopf gegen die Mauer
stoßen, sondern indem sie Mauern überwinden.
Krieger springen über Mauern; sie reißen sie nicht nieder.

Der Kern unseres Wesens ist der Akt der Wahrnehmung,
und die Magie unseres Daseins ist der Akt der Bewusstheit.
Wahrnehmung und Bewusstsein sind eine einzige funktionale,
unlösbare Einheit.

Wir entscheiden uns nur einmal. Wir entscheiden uns,
entweder Krieger zu sein oder gewöhnliche Menschen.
Eine zweite Entscheidung gibt es nicht.
Nicht auf dieser Erde.

~Don Juan

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Re: Potpourri

Post  Manahuna on 05.04.11 10:41

An – Schein


So wie der Baum nicht endet

an der Spitze seiner Wurzeln

oder seiner Zweige –

so wie der Vogel nicht endet

an seinen Federn und seinem Flug –

so wie die Erde nicht endet

an ihrem höchsten Berg:

So ende auch ich nicht

an meinem Arm, meinem Fuß, meiner Haut,

sondern greife unentwegt nach außen

hinein in allen Raum und alle Zeit

mit meiner Stimme und meinen Gedanken,

denn meine Seele ist das Universum.

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Re: Potpourri

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